Monday, 27. july 2009
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Wenn man den
fetten Schlagzeilen der hiesigen Presse glauben darf, wurde in Dresden
eine Ägypterin erstochen.
Die Folgen: Medienbegleitete Trauerfeier in Alexandria mit wutentbrannten Männern und ihren Plakaten:„Nieder mit Deutschland!“, sieben angezündete Kirchen im Irak, ein in Brand gestecktes
koptisches Gotteshaus in Ägypten, Freitagsgebet für die Erstochene in deutschen Moscheen und Brandmarkung der abscheulichen Tat im Fernsehen durch deutsche Spitzenpolitiker.
Wenn man den
bescheidenen Randnotizen der hiesigen Presse glauben darf, wurde in München eine Afghanin erstochen.
Die Folgen:
Keine medienbegleitete Trauerfeier,
keine angezündeten Kirchen, Gotteshäuser oder Moscheen,
kein Freitagsgebet für die Erstochene und
keine Brandmarkung der
abscheulichen Tat im Fernsehen durch deutsche Spitzenpolitiker.
Der feine Unterschied:
In ersten Fall stach ein Russlanddeutscher aus Fremdenhass zu, im zweiten Fall der in seiner Ehre gekränkte afghanische „Ehemann“.
Für mich sind das
zwei Tragödien und
zwei Verbrechen mit
gleichem Gewicht. Mit welch verschobener Wahrnehmung gehen wir damit in den öffentlichen Medien in unserer angeblich so
demokratischen und rechtsstaatlichen Gesellschaft in Deutschland um?
von Winfried Schley
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