Tuesday, 3. january 2012 2 03 /01 /Jan. /2012 16:38

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Schon auf den ersten Seiten der jüdisch-christlichen Bibel liest man, dass der Mensch auf Gott hin angelegt ist und sein wahres Menschsein verfehlt, wenn er diese Beziehung nicht richtig pflegt.

 

Wie ein roter Faden durchzieht die Bibel die immer stärker ausgeprägte Hoffnung, dass eine vollkommene Beziehung zu Gott in einem ewigen Leben in seiner Gegenwart erreicht wird.

 

Wer in seinem irdischen Leben die Fähigkeit entfaltet, sich mit verantwortlich zu fühlen für sich selbst, für die Familie, für eine Gemeinschaft, für eine Gesellschaft, für ein Land, ja letzten Ende für die ganze Menschheit, dem liegt Gottes Schöpfung gemäß göttlicher Absicht am Herzen.

 

Seine persönliche Beziehung zu Gott stützt sich somit auf vier Wesenszüge.

Erstens, sich selbst als geliebtes Kind Gottes annehmen lernen.

 
Zweitens, anderen sich wohlgesonnen zuwenden lernen, weil auch sie gottgewollt sind.


Drittens, sich in Wort und Tat einsetzen für eine friedvollere und gerechtere Welt als Vorbote der kommenden Gottesherrschaft.


Viertens, die Natur hegen und pflegen, sich an ihr erfreuen als Schöpfung Gottes.

Wo Leben verneint wird, wird Gott verneint. Wo Leben bejaht wird, wird Gott bejaht. Wer sich diese vier Wesenzüge Schritt für Schritt aneignet, wird inneren Frieden finden und gelassen erledigen, was fällig ist. Alles, was er anpackt und wie er lebt, wird stillschweigend zum Gebet. Damit wird der Mensch in seinem tiefsten Kern zum betenden Wesen, auch dann, wenn er sich dessen nicht voll bewusst ist.
 

von Winfried Schley - veröffentlicht in: Religion - Community: Christ sein
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Kommentare

Wenn ich bete, hole ich seelisch Luft. Es vergeht kein Tag, den ich nicht mit einem Gebet beginne, kein nächtliches Aufwachen, das nicht von einem Gebet begleitet wird, keine heil überstandene kritische Situation ohne ein Stoßgebet des Dankes. Wenn ich bete, kopple ich mich an jemanden außerhalb meiner selbst. Mit Beten bringe ich mein Leben vor Gott zur Sprache. Alles erlaube ich mir, nicht nur danken und bitten, auch schimpfen und hadern, abrechnen, nachdenken und anklopfen. Gottes Herz, so hoffe ich, ist weit genug, mich zu verstehen, meine Gemütslage richtig einzuordnen. Das war nicht immer so, aber im Laufe meines Lebens ist mir das immer mehr zu einer Gewohnheit geworden, die ich nicht mehr missen möchte. Beten tut mir gut. Es verwurzelt mich, gibt mir neuen Boden unter den Füßen.

Kommentarnr1 gepostet von Winfried Schley am 3.01.2012 um 22h16

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