Wednesday, 17. february 2010
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Indien 2007: In einem Flugblatt warfen Hindugruppen indischen Christen folgendes vor: „Sie behandeln alle gleich, erziehen die Waisen, um sie zu bekehren, bieten jenen, die es sich nicht leisten
können, medizinische Versorgung, und missachten das Kastensystem, indem sie freie Eheschließungen und Handelstausch zwischen Personen akzeptieren, die keinerlei Kontakt untereinander haben
sollten.“ Sie forderten die indischen Christen auf, sofort indisches Gebiet zu verlassen oder zur ursprünglichen Religion, dem Hinduismus, zurückzukehren. Andernfalls würden alle wahrhaften Inder
ihnen nach dem Leben trachten, um so ihren Mut und ihren Patriotismus zu beweisen.
Indien 2008: Zwei katholische Ordensschwestern und drei jugendliche Mädchen bereiteten ein Erziehungsprogramm für Frauen vor, das u.a. Alphabetisierungskurse für Erwachsene, den Aufbau von
Selbsthilfegruppen und Kurse zur Vorbeugung gegen Aids vorsah. Sie wurden aufgefordert, sofort das Dorf zu verlassen und nie wiederzukommen, andernfalls würde man ihnen die Beine brechen.
Der katholische Erzbischof Leo Cornelio aus Bophal in Indien erklärte in einem Interview 2008 zu Christenverfolgungen in Orissa/Indien: „Neun von zehn Christen sind Stammesangehörige und Kastenlose
(Dalits) mit geringer Bildung. Die Christen lehren, dass alle vor Gott gleichwertig sind. Die reichen Bauern, die am Kastenwesen festhalten, stört das. Die hinduistischen Landbesitzer fürchten, die
spottbilligen Arbeitskräfte könnten mit einer besseren Ausbildung durch christliche Schulen in die Städte abwandern. Zwar sind nur drei Prozent der dortigen Bevölkerung Christen. Sie betreiben aber
ein Fünftel bis ein Viertel aller Schulen.“
Irak 2007: Ein islamischer Geistlicher gab eine Fatwa (islamische Rechtsverfügung) heraus, in der er erklärte, Häuser von Christen seien rechtmäßiger Besitz der muslimischen Gemeinde.
Nigeria 2007: Der öffentliche Verkauf und Konsum von Alkohol ist verboten, auch für Nicht-Muslime. Verkauft werden darf Alkohol nur an bestimmten staatlichen Stellen wie Polizeistationen oder
Kasernen. Bewerber für Regierungsämter werden abgelehnt, wenn sie christliche Vornamen haben. Islamische Kleiderordnung und Verschleierung gilt für alle Frauen, auch für Nicht-Muslime.
Nordkorea 2007: Aus einem Dokument an alle Kasernen des Landes: “Religion breitet sich wie ein Krebsgeschwür in Nordkoreas Militär aus, dessen Auftrag es ist, den Sozialismus zu verteidigen.
Religion muss ausgerottet werden; denn sie kommt von unseren Feinden überall in der Welt. Wir dürfen Dokumente, Video- oder Audiomaterialien, die vom Feind produziert worden sind, nicht
lesen, hören oder ansehen. Der Feind benutzt Radio und Fernsehen, um durch gut gemachte strategische Nachrichten und Intrigen falsche, d.h. religiöse oder antisozialistische Propaganda zu
verbreiten. Dieses Material ist wie Gift, das den Sozialismus verdirbt und das Klassenbewusstsein schwächt.“
Pakistan 2007: Nach dem Blasphemie-Gesetz droht lebenslange Haftstrafe für Angriffe auf den Koran, bei Beleidigung des Propheten Muhammad gar die Todesstrafe. Auspeitschungen und Steinigungen sind
vorgesehen bei Ehebruch, Glücksspiel, Alkoholkonsum und Eigentumsdelikten.
Sudan 2007: Fünfzehn Tage Gefängnis erhielt eine britische Lehrerin, weil sie es zugelassen hatte, dass siebenjährige Schüler ihren Teddybären „Muhammad“ genannt hatten. Öffentlichen Forderungen
nach vierzig Peitschenhieben oder sechs Monaten Gefängnis kam der Präsident des Landes durch Begnadigung und Landesverweis zuvor.
Türkei: Offiziell anerkannte Religionsgemeinschaften sind die jüdische Gemeinde, die Griechisch-Orthodoxe Kirche und die Armenisch-Orthodoxe Kirche. Keinen Rechtsstatus haben die assyrische, die
chaldäische, die syrische und die maronitische Ostkirche. Sie haben weder das Recht auf Schulen, Sozialeinrichtungen, Priesterseminare noch Kirchenbauten. Westliche Kirchen wie die
römisch-katholische Kirche oder verschiedene protestantische Gemeinschaften haben den Status von Verwaltern wohltätiger Einrichtungen im Bildungs- und Gesundheitssektor ohne Rechte auf die
dazugehörigen Immobilien. Islamische Gruppierungen unterstehen der Behörde für Religionsangelegenheiten. Von ihr werden Geistliche, Religionslehrer usw, angestellt, ausgebildet und
entlohnt.
Quelle:
Kirche in Not, Ostpriesterhilfe Deutschland e.V. München,
Christen in großer Bedrängnis, 2. Auflage 2009
Uganda 2010: Um sich gegen westliche Einflüsse zu wehren, der ugandische Jugendliche zur Homosexualität verleitet, wird dort ein Gesetzesentwurf diskutiert, der für homosexuelle Lebenspraxis lebenslängliche Haftstrafen oder gar Todesstrafe für Sex mit HIV-Positiven, Behinderten oder Unter-18-Jährigen vorsieht. Selbst Angehörige und Vermieter, die diese Praxis dulden, müssen mit Haftstrafen rechnen.
Quelle:
kontinente, 2- 2010, Seite 5
Nicht zu vergessen:
Deutschland 2011: Ein Bewerber wurde in einer Einrichtung der Caritas abgelehnt, da er einer anderen Religion angehörte.
Quelle: Die persönliche Erfahrung eines Freundes