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23. Dezember 2012 7 23 /12 /Dezember /2012 10:50

winkiesd.jpgDa ballert in den USA ein durchgeknallter zwanzigjähriger Milchbubi mit den Schnellfeuerwaffen seiner Mutter zuerst die eigene Mutter um, dann zwanzig Grundschüler jener Grundschule, an der seine Mutter unterrichtete, und mit ihnen fünf Lehrer, bevor er sich selbst abknallt.

Diese Nachricht ging durch alle Nachrichtensendungen des Westens. Bilder von traumatisierten Angehörigen, Trauergottesdiensten und vom Blitzbesuch des kondolierenden amerikanischen Präsidenten umrundeten die westliche Welt, die sich völlig einig darin zeigte, dass hier ein psychisch verirrter Wirrkopf ausgerechnet im vorweihnachtlichen Friedensfimmel von allen guten Geistern verlassen war und eben nicht mehr alle Tassen im Schrank hatte.

Völlig unterging im medialen Rummel, dass am gleichen Tag eine andere Meldung über die Nachrichtenticker lief: Zehn Kinder in Afghanistan durch Landmine getötet. Kein weiteres Wort über traumatisierte Geschwister und Eltern, kein Kondolenzbesuch eines ranghohen Politikers, nichts, einfach Schweigen, als wären Afghanen zu Traumatas vollkommen unfähig und daher nicht erwähnenswert.

Hinterfragt denn niemand, welch Geistes Kind jene sind, die dieses afghanische Leid verursacht haben? Unterscheiden sich diese Täter in ihrer Psyche wirklich so wesentlich von jenem jungen Amokläufer? Ist dieser arme Kerl nicht vielmehr die krankhafte Überspitzung einer bei uns gesellschaftsfähigen Grundhaltung, die in der Waffengewalt die Endlösung aller Interessenkonflikte sieht?

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Published by Winfried Schley - in Gesundheit
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Kommentare

madame federkiel 12/23/2012 22:47


Recht haben Sie.


Wenn man dann noch bedenkt, dass eine waffenstarrende Mutter ihren offensichtlich hochintelligenten aber psychisch verstörten Jungen mit Lerndruck und ihrer Schießwut traktiert hat, bis er
ausrastet, sollte die Entrüstung in den USA wörtlich genommen werden. Die haben wirklich ein sehr seltsames Verständnis von (Ellenbogen)-Freiheit, die sie auch noch dem Rest der Welt vermitteln
möchten - mit waffenstarrender Überredeungskraft.


Es geht ihnen nicht um Kinder, weder in den USA noch in Afghanistan. Es geht denen nur ums Armdrücken, mit dem sie ihre fehlende soziale Kompetenz kompensieren müssen.


Ich fürchte, dort gibt es noch viele besessene Eltern, die ihre Kinder kaputt machen.


 

Winfried Schley 12/31/2012 17:05



Nachtrag:

Dass die USA-Waffenlobby jetzt nach mehr Waffen schreit und davon ausgeht, dass sich ein bewaffnetes Lehrerkollegium dem Amokschützen hätte entgegenstellen können, war zu erwarten, weil sie in
der Logik genau dem entspricht, was ich in dem Artikel andiskutieren wollte:


Unterscheiden sich diese Waffenlobbyisten in ihrer Psyche wirklich so wesentlich von jenem jungen Amokläufer? Ist dieser arme Kerl nicht vielmehr die krankhafte Überspitzung einer bei uns
gesellschaftsfähigen Grundhaltung, die in der Waffengewalt die Endlösung aller Interessenkonflikte sieht?

Hätte ich zum Zeitpunkt, als ich meinen Artikel verfasste, schon die Meinung der Waffenlobbyisten gekannt, hätte ich vielleicht diese als Gegenpol und nicht die afghanischen Kinder eingebaut.

Obendrein ist es strunzdumm und wirklichkeitsfremd, sich einem, der wild um sich schießt, selbst bewaffnet in den Weg zu stellen. Das geht nur in Westernfilmen und Nachrichtenfakes gut.

Wie oft sieht man z.B. zur Zeit in den Fernsehbachrichten im Syrienkonflikt irgendwelche freistehende "Kämpfer" auf vermeintliche Gegner ballern. Jeder gut gedeckte Scharfschütze auf der
Gegenseite legt diese Ballermänner in wenigen Minuten um und den Kameramann, der ja hinter ihnen und damit in ihrer Schusslinie steht, gleich mit. Die dabei gedrehten Fernsehbilder bekämen wir
nie zu sehen.



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